05. August 2008
„Ein modernes Hörsystem ist wie ein Maßanzug“

Gut hören ist Voraussetzung für ein zufriedenes Leben. Doch allein in Deutschland hören rund 15 Millionen Menschen schlecht, doch erst drei Millionen von ihnen tragen ein Hörsystem. Dabei sind die Auswirkungen gravierend: Verzichten Schwerhörige zu lange auf ein Hörsystem, schaden sie sich zweifach: Wenn sich das Gehör verschlechtert, verschwindet mit der Zeit der Bezug zu Alltagsgeräuschen. Es mag angenehm sein, die lästigen Flieger nicht mehr zu hören, das Gekläff von Hunden oder den Straßenlärm. Gleichzeitig hören Betroffene aber auch das Schnurren der Katze auf dem Schoß, das Zirpen von Grillen oder die fröhlichen Stimmen der Enkel nicht mehr hören.
Bei Schwerhörigen wird nicht nur das Gehör schlechter, auch die Leistung und Verarbeitungsfähigkeit des Gehirns nimmt ab. Je weniger wir einen Sinn benutzen, desto mehr bildet sich die Fähigkeit des Gehirns in diesem Bereich zurück.
„Wer zu lange mit einer Hilfe für sein Gehör wartet, nimmt in Kauf, mit großem Aufwand sein Gehirn für Höreindrücke neu trainieren zu müssen. Es lohnt sich also nicht, so lange zu warten, bis die Gehöreinschränkung zur ernsthaften Behinderung im Alltag geworden ist“, erklärt Vanessa Möller, Hörakustikmeisterin und Filialleiterin von Hörsysteme Häusler in Schloß Neuhaus. Der Hörakustikermeister hält deshalb verschiedene Modelle von Hörsystemen bereit. „Ein passionierter Radfahrer benötigt ein Hörsystem, dass Windgeräusche optimal ausblendet, ein Manager muss auch in Besprechungen den Überblick behal-ten und ein Baby braucht unbedingt kindgerechte Hörgeräte“, erklärt Falk Ehlert. Entscheidend ist, dass der Betroffene in allen Lebenslagen gut hört und das Gerät an sich zur Nebensache wird. Ein modernes Hörsystem sitzt damit wie ein Maßanzug.“

Am Anfang jeder Hörgeräte-Anpassung steht deshalb immer ein ausführliches Beratungsgespräch beim Hörakustiker, in dem die individuellen Vorlieben und Anforderungen des Kunden besprochen werden. In Abhängigkeit vom Hörverlust - der mittels eines zuverlässigen Messverfahrens bestimmt wird - kann der Akustiker dann Hörsysteme emp-fehlen, die in Frage kommen und nach einer persönlichen Einweisung vom Kunden im Alltag Probe getragen werden können. Der Hörakustiker passt dabei jedes Hörsystem an die individuellen Bedürfnisse des Nutzers an.
Fotos: ReSound